Burg Creuzburg

Die Burg Creuzburg befindet sich nordwestlich von Eisenach in der gleichnamigen Stadt Creuzburg im Wartburgkreis in Thüringen.

Die mittelalterliche Burganlage liegt auf einer Anhöhe oberhalb der Stadt im Werratal und ist als „Schwesterburg der Wartburg“ bekannt.

Die Creuzburg war einer der Residenzorte der Ludowinger und bevorzugter Aufenthaltsort der Landgräfin Elisabeth von Thüringen, die als Heilige Elisabeth zur deutschen "Nationalheiligen" des Mittelalters wurde. Sie gebar auch ihren Sohn Hermann 1222 auf der Burg.

Errichtet wurde die Burg von 1165 bis 1170 im Auftrag von Landgraf Ludwig II. - nach der Überlieferung am Ort einer älteren befestigten Klosteranlage, zu deren Ersatz ca. 1173 das St.-Jakob-Kloster gestiftet wurde. Diese Bauphase entsprach dem Typus einer romanischen Ringmauerburg. Aus dieser Zeit blieben die Ringmauer, das Turmhaus mit Elisabethkemenate und Teile des Palas erhalten.

Die Burg war als Festungsanlage nördlich von Eisenach zum Schutz der landgräflichen Besitzungen, der 1213 gegründeten Stadt Creuzburg und der dortigen Werrabrücke bestimmt. Ihre Blütezeit erlebte sie im 12. und 13. Jahrhundert, als sie eine der Nebenresidenzen der Landgrafen von Thüringen war.

In dieser Zeit musste sie zwei schwere Belagerungen überstehen: 1260 im Verlauf des Thüringischen Erbfolgekrieges gelang es den Truppen der Sophie von Brabant die Stadt zeitweise einzunehmen,

1295 wurden Stadt und Burg vier Wochen von König Adolf von Nassau belagert. Sie konnten erst eingenommen werden, als dieser die Stadt mit Pechkränzen in Brand setzte und die Burgbesatzung, trotz verbissenen Kampfes und eisernem Durchhalten, aufgrund Wassermangels schließlich zum Aufgeben gezwungen war. Johannes Rothe nennt in seiner Chronik die Namen dieser tapferen Burgmänner: von Creuzburg, von Nesselrieden, Slune (Schlaun, d.h. v. Hayn genannt Schlaun), von Buttlar, von Stein, von Pferdsdorf, Strier (Strieger), Stouben (v. Steuben) und Frowen. Später gehörten auch die von Harstall, von Boyneburg, Zenge und von Eschwege zu den Creuzburger Burgmannen.

Unter den Wettinern wurde die Creuzburg zum Sitz eines Verwaltungsamtes bestimmt, es umfasste einen bedeutenden Anteil im Norden des heutigen Wartburgkreises. Die Burganlage wurde mit einem Brunnenhaus, einem Kornspeicher und weiteren Nebengebäuden erweitert. Unterhalb der Burg befanden sich innerhalb der Stadtmauern die Wohnsitze der Burgmannen und Ritter.

Mit dem Aufkommen von Feuerwaffen war der militärische Wert der Festung gesunken, sie diente ab dem 15. Jahrhundert als Gerichtsort und Verwaltungssitz, hierzu wurde das Gelbe Haus errichtet. Im Dreißigjährigen Krieg und Siebenjährigen Krieg diente die Burg oft als Hauptquartier und Offiziersunterkunft durchziehender Heere.

Im 18. Jahrhundert wurde die Creuzburg durch den Landesbaumeister Gottfried Heinrich Krohne für den sächsischen Herzog Johann Wilhelm als Schlossanlage umgebaut, aus dieser Zeit stammen das Herzoghaus, die Remisen und wahrscheinlich auch die im Schlosspark befindlichen Putten. [1] 1779 war Goethe zum ersten Mal dienstlich auf der Creuzburg. 1848 saßen Burschenschafter im Wohnturm als Gefängnis ein. 1879 wurde das Amt aufgelöst.

1899 erwarb ein Herr von Dreyse -ein Enkel des Erfinders des Zündnadelgewehrs- die Burg und zugehörige Besitzungen. 1921 kaufte der Erfurter Hotelier und Mäzen Georg Kossenhaschen (1868 - 1932) die Creuzburg; er veranlasste die Renovierung durch den Burgenexperten Bodo Ebhardt, nutzte die Creuzburg als privaten Wohnsitz, stattete sie künstlerisch aus und stellte sie als Schriftstellerheim zur Verfügung. Kossenhaschen ließ ein hohes, schlankes Bonifatius-Kreuz auf dem Hof und eine Elisabeth-Kemenate errichten.

Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs fanden auf Einladung der Besitzer Schäfermeier-Kossenhaschen regelmäßige Kinderfeste und Treffen von alten Leuten aus der Stadt auf der Burg statt. Später wurden Flüchtlinge und Verwundete aufgenommen. Die Burg erlitt bei dem schweren Artillerie-Beschuss der Stadt durch US-Truppen am Ostersonntag, dem 1.April 1945, nur geringe Schäden. Am nächsten Tag besetzten die Amerikaner die Burg. Im Mai richteten sie eine Sonderbehörde auf der Creuzburg ein, vorher hatten die Flüchtlinge ihre Unterkünfte innerhalb von Stunden in Richtung zerstörte Stadt zu verlassen. Die Familie Schäfermeier-Kossenhaschen wurde nach Einrücken der Roten Armee vertrieben und entschädigungslos enteignet. Die wertvolle Einrichtung der Burg ging weitgehend verloren. Die Creuzburg diente zunächst als Kaserne der Besatzungsmacht, dann der Grenztruppen und wurde später der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt. Bis 1975 wurden die Räume als Schule und Ferienlager genutzt, doch eine Instandsetzung unterlassen, so dass sie 1975 baupolizeilich gesperrt werden musste. 1981 wurde von Creuzburger Bürgern die Interessengemeinschaft Die Creuzburg, ein Verein zur Sanierung der verfallenen Burg gegründet, der die Enttrümmerung und schrittweise Sanierung vornahm und die Anlage und den Park bis 1991 wieder der Öffentlichkeit zugängig machte. [2]

Die zum Hotelbetrieb erforderlichen Umbauarbeiten wurden 1997 abgeschlossen, heute befindet sich die Burg im Besitz der Stadt Creuzburg.

Die Erben von Georg Koschenhaschen hatten bereits 1990 eine Rückübertragung beantragt. Das zuständige Amt für offene Vermögensfragen hatte jedoch erst aufgrund erneuter Nachfrage des Anwaltes der Erben ein Aktenzeichen zugeteilt.


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Georg
Kommentare zu diesem Ort



Georg
schrieb am 15.01.2011 um 14:59 Uhr
Schöne Anlage , letztes Burgfest war sehr voll. Toiletten war ein Katastrophe , nur eine war offen.

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