Burg Mylau
von André Karwath aka Aka (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons
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Die Burg Mylau ist eine Wehranlage auf einem Felssporn in Mylau im sächsischen Vogtland. Sie ist einer der am besten erhaltenen mittelalterliche Burgen in Sachsen.

Die Burg wurde wahrscheinlich um 1180 im Zuge der deutschen Ostkolonisation unter Kaiser Barbarossa als Herrschaftssitz errichtet. Sie sicherte die vorwiegend von fränkischen Siedlern getragene Erschließung des bis dato von Slawen dünn besiedelten Umlandes. Im Schutz der Burg entstand u. a. der Markt Reichenbach. Der 27 Meter hohe Bergfried stammt noch aus romanischer Zeit. Angelegt wurde die Burg als einhöfige Höhenburg auf einem etwa 80 Meter langen und 35 Meter breiten Felsrücken, der die Mündung des Milinbaches in die Göltzsch überragte. Umgeben war die Anlage mit ihren ursprünglich vier Verteidigungstürmen von einem 10 Meter tiefen Trockengraben.

Innenhof

Mylau mit der Burg Mylau um 1905

Die auf der Burg sitzenden Herren von Milin wurden erstmals 1214 genannt. Im Ergebnis des Vogtländischen Krieges erzwang Kaiser Karl IV. 1367 den Verkauf der Burg an die böhmische Krone. Im gleichen Jahr besuchte er die Burg und verlieh der darunter liegenden Stadt Mylau das Stadtrecht. Karl IV. (Porphyrrelief über dem Haupttor der Burg) richtete auf der Burg ein königlich-böhmisches Amt ein und begann mit der baulichen Erweiterung der Anlage, die von seinen Söhnen Wenzel IV. und Sigismund fortgeführt wurde. Teile der Burg wurden 1400 bei einer Fehde zwischen Wenzel IV. und den vogtländischen Vögten zerstört. Beim Wiederaufbau entstanden zwei mächtige Vorburgen.

1422 verpfändete Sigismund Burg Mylau als Dank für die in den Hussitenkriegen geleisteten Dienste an die Kurfürsten von Sachsen. Mit Ausnahme der Jahre 1547-69 (burggräfliches Vogtland) blieb sie bei Sachsen. Zu den wechselnden Burgherren zählte auch Joseph Levin von Metzsch (1507-1571), der ein Freund von Martin Luther war. Unter der Familie von Schönberg, die die Burg Ende des 16. Jahrhunderts inne hatten, vollzog sich der Wandel von der Wehr- zur Wohnburg. Die Burg wurde erneut umgebaut und 1772 als Adelssitz aufgegeben. Sie gelangte nun in bürgerlichen Besitz.

Von 1808 bis 1828 betrieb hier der Spinnereibesitzer Christian Gotthelf Brückner die erste Fabrik des nördlichen Vogtlandes. Die neuen Besitzer ließen die Burg bis 1892 mehrmals aus- und umbauen. Seit 1892 befindet sich die Anlage in städtischem Besitz. Ein Verein ließ die Burg Ende des 19. Jahrhunderts im Stil des Historismus als Rathaus, Schloßschenke und Museum um- und ausbauen.


Durch die vielen und späten Umbauten vereint Burg Mylau erstaunlich viele Baustile in einem. Das 1883 eingerichtete Museum umfasst die größte Naturkundesammlung im Vogtland und informiert auch über die Geologie und den Bergbau der Region. Das 1899/1900 eingerichtete Metschzimmer informiert über die Geschichte der gleichnamigen Adelsfamilie. Dem Vorbild der Wartburg nachempfunden ist der Ratssaal, der repräsentativste Raum der Burg. Vom Markttor der Burg führt der Kaiserpfad in den Kaiserhof. Er informiert an 13 Stationen über die baulichen Besonderheiten der Burg und die Zeit unter den böhmischen Königen Karl IV., Wenzel IV. und Sigismund. Der Ritterpfad führt von der Burg in die Stadt.


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