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Burg Neuhaus (Wolfsburg)
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Burg Neuhaus ist eine gut erhaltene, mittelalterliche Wasserburg im Wolfsburger Stadtteil Neuhaus und ist zusammen mit Schloss Fallersleben und Schloss Wolfsburg eins der bedeutendsten historischen Gebäude der Stadt. Die 1371 erstmals urkundlich erwähnte Burg war ab 1423 Rittersitz der Rothehofer Linie des Geschlechts derer von Bartensleben. Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts hatte sie eine militärische Funktion inne. Danach diente sie als herzoglich braunschweigisches Amtshaus und wurde zu einer landwirtschaftlichen Domäne. Seit dem 1. April 1981 gehört die Burg der Stadt Wolfsburg.

 

Neuhaus war 1372 nach nur zweijähriger Bauzeit als Neues Haus fertiggestellt. Erbauer war der Braunschweiger Herzog Magnus der Jüngere mit Hilfe der Stadt Braunschweig. Sie sollte eine Gegenburg zur Wolfsburg und der (heute nicht mehr existenten) Befestigung Altes Haus in Vorsfelde sein, die beide dem Geschlecht derer von Bartensleben unterstanden. Anlass der Aufrüstungsmaßnahme des Herzogs war ein Treuebruch der von Bartensleben. Sie waren ihm, obwohl durch Lehen verbunden, abtrünnig geworden, indem sie einen Lehnsvertrag mit einem östlichen Landesherren eingingen.

Burg Neuhaus ist eine geschlossene Anlage mit geschütztem Innenhof. Kennzeichnend für ihre militärische Stärke sind die hohen Mauern und der etwa 20 m hohe, trutzige Bergfried neben der Toreinfahrt. Sie verfügte über einen großen Rittersaal. Zugänglich war die Anlage nur über eine Zugbrücke. Heutzutage ist die Burg eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Wasserburgen im norddeutschen Raum.

Während des Lüneburger Erbfolgekrieges (1370-1388) erklärte der Braunschweiger Herzog Magnus der Jüngere denen von Bartensleben den Krieg und schickte eine starke Besatzung auf Burg Neuhaus. Am 24. Juni 1372 kam es zu einer offenen Feldschlacht bei Heßlingen zwischen Truppen der Braunschweiger und Einheiten der Wolfsburg (von Bartensleben), die unentschieden endete. 1374 beendete ein Sonderfrieden die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Region. 1464 kam es zu erneutem Kriegshandlungen gegen die Burg, als Herzog Otto von Lüneburg einen Rachefeldzug gegen den Braunschweiger Herzog Heinrich I., den Friedfertigen, unternahm. Burg Neuhaus ebenso wie die Wolfsburg widerstanden den Angriffen, die Vorsfelder Burg Altes Haus wurde dabei restlos zerstört.

Seit 1423 war Burg Neuhaus Sitz der Rothehofer Linie des Geschlechts derer von Bartensleben. Sie firmierten unter dem Namen Bartensleben zum Newenhauß. Überlieferungen zufolge saß 1473 Huner von Bartensleben auf der Burg, als sich seine Vettern Jakob und Busso beim Landesherrn um die Burg bewarben, falls ihrem Verwandten etwas zustoßen sollte.

1552 zogen Einheiten des Grafen Vollrad von Mansfeld vom Schmalkaldischen Bund vor Burg Neuhaus auf. Er war mit rund 5.400 Landsknechten und 2.100 Reitern plündernd in das Herzogtum Braunschweig eingefallen und hatte bereits mehrere Städte im Harzvorland verwüstet. Die Truppen beschossen die Burg mit schweren Geschützen, unter anderem mit den großkalibrigen Fürmösers (Mörser). Dabei entstanden erhebliche Gebäudeschäden, und die Burgkapelle wurde danach nicht wieder aufgebaut, die Eroberung der Burg jedoch scheiterte. Einen ähnlichen Kanonenbeschuss nahm von Mansfeld im selben Jahr bei der Burg Lichtenberg in Salzgitter vor, die dadurch zur Ruine wurde. Für Burg Neuhaus endete nach dem Angriff ihre Zeit als Rittersitz. Sie wurde zum Amtshaus des Herzogtum Braunschweig umgebaut. In den Wirtschaftsgebäuden der Burg entstand eine landwirtschaftliche Domäne. In ihr befanden sich von 1585 bis 1890 eine Brauerei sowie eine Brennerei. 1934 endete die Funktion der Burg als Amtssitz und Domäne, in ihr wurde während der Zeit des Dritten Reichs eine Reichssportschule eingerichtet.


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