Burg Ramsberg (Großschönach)
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Die Burg Ramsberg, als Rammesperch, Ramesperg und Ramsperg beurkundet, ist eine ehemalige hochmittelalterliche Burg 750 Meter östlich von Großschönach. Das Gelände liegt auf der Gemarkung von Hattenweiler, einem Ortsteil der Gemeinde Heiligenberg im Bodenseekreis in Baden-Württemberg, Deutschland.

Wenige Scherbenfunde deuten bereits eine eisenzeitliche Besiedlung des Burghügels an.[2] Eine erneute Nutzung des Ramsbergs erfolgte durch den Bau einer Burg der Grafen und Ritter von Ramsberg. Die Kapelle St. Wendelin und die Klause St. Benedikt bilden die weiteren Schichten der fast tausendjährigen Geschichte.

Die Geschichte der Herrschaft des Ramsberges ist aufs Engste mit der Geschichte Großschönachs verknüpft. Schönach findet seine erste urkundliche Erwähnung 1092: Bei einem Rechtsakt des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen für das Dorf Hemmental trat unter den Zeugen Herimann Desonaicha auf. 1209 wurde Schönach unter die Besitzungen gerechnet, die dem Kloster Weißenau entfremdet wurden. 1385 bekam die Pfarrkirche in Schönach einen Ablassbrief des Konstanzer Bischofs.

Die stauferzeitliche Hügelburg des Grafengeschlechts der Herren von Ramsberg und Pfullendorf wurde im 11. Jahrhundert durch die Grafen von Pfullendorf als herrschaftlicher Sitz errichtet. Das Grafenhaus war ein Seitenzweig der einst mächtigen Udalrichinger.

Zur Besitzung der Ramsberger gehörte die auf dem höchsten Punkt des Nordgipfels des Hohenstoffeln bei Hilzingen-Binningen befindliche Burg Hinterstoffeln. Sie war nach Heine 1067[3] im Besitz des Hegaugrafen Ludwig von Pfullendorf-Ramsberg zu Stoffeln.

Noch der bedeutendste und letzte Vertreter der Grafendynastie, Rudolf II. nannte sich teils von Ramsberg, ab 1171 aber nur noch von Pfullendorf, was bedeuten könnte, dass er vom Ramsberg auf den neu errichteten Grafensitz in Pfullendorf umgezogen war.[4] Mit ihm erlosch 1181 die Familie in männlicher Linie. Ida, die Erbtochter des letzten Grafen, ist eine Stammmutter des Hauses Habsburg. Das „Pfullendorfer Ebersiegel“ war das persönliche Siegel und wahrscheinlich auch Wappenbild von Rudolf. Zu seinem Herrschaftsbereich gehörte: Stoffeln (Hegau), Ramsberg und Pfullendorf (Linzgau), Bregenz und Rheineck (Schweiz), u.a. die Klostervogtei von St. Gallen und die Schirmvogtei über das Bistum Chur.

Nach dem Wegzug des Grafen wurde der Ramsberg von Ministerialen verwaltet, die sich Herren von Ramsberg nannten. Ihr Wappen zeigte den „Ramm“ (Widder) auf dem „Berg“. Später ging die Burgenherrschaft zum Lehen an verschiedene Dienstmannen, u.a. ging sie vor Mitte des 14. Jahrhunderts in die Hände von Albrecht von Klingenberg über, der sie 1347 von König Ludwig dem Bayern zu Lehen empfing und im darauf folgenden Jahr das Recht erhielt, sie auch seinen Töchtern zu vererben, was in der Folgezeit wohl auch geschehen ist.

Das 1360 gegründete und 1808 säkularisierte Franziskanerinnenkloster Hermannsberg, das sich heute im Besitz der Dorfgemeinschaft Lehenhof (zu Heiligenberg gehörend) befindet, war eine Schenkung der Herren Ramsberg aus dem Jahr 1398.

Nach Albrecht von Klingenberg gab es zwei jeweils mit der Hälfte der Burg belehnte Dienstmannen, zum einen Hans von Homburg und zum anderen Ulrich von Ems.

1409 verkaufte Hans von Homburg die Hälfte der Burg Ramsberg zusammen mit Großschönach an das Heilige Geist Spital zu Überlingen, wo Großschönach bis zur Mediatisierung Überlingens in den Jahren 1802/03 blieb. Die Burg Ramsberg erlebte in den folgenden Jahren eine wechselvolle Geschichte. Zuletzt gehörten etliche Lehenhöfe, so auch ein Hof in Großschönach, den Michael Schweizer innehatte, und ein Hof in Kleinschönach, mit dem Georg III. belehnt war, dazu. Im Juni 1409 hat Hans von Homburg bereits einen zur Burg Ramsberg gehörenden Hof zu Schönach an die 1,5 Kilometer entfernte Klause Herrmannsberg verkauft. Nachdem das Überlinger Spital also 1409 die halbe Burg Ramsberg von Hans von Homburg erworben hatte, kaufte es die andere Hälfte 1423 von Ulrich von Ems. Doch erschien Ramsberg nie unter den Besitzungen des Spitals, sondern immer als städtische Vogtei. Der hier residierende Vogt verwaltete unter anderem Groß- und Kleinschönach, Hattenweiler, Furthof, Kirnbach, Katzensteig und Heiligenholz. Später wurde die Vogtei Ramsberg mit der Vogtei Hohenbodman vereinigt.

Nach dem Übergang der Burganlage an das Überlinger Spital in den Besitz der Reichsstadt Überlingen 1409 wurde der Burgturm gekappt und mit einem Dach versehen. Die Untersuchung der Dachbalken ergab ein Schlagdatum im Jahre 1432. 1467 wurde die der Gottesmutter Maria geweihte Kapelle im spätgotischen Stil ausgemalt.

Zuletzt war Anna von Hohenfels († 1617 in Waldmannshausen) mit der Burgherrschaft belehnt.

Die Reichsburg und Vogtei wurden im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) geplündert, die Burg zerstört und die Kapelle wohl auch in Mitleidenschaft gezogen.

Die Anlage wurde in der Barockzeit wieder aufgebaut. Dabei erfolgte eine Barockisierung des Gottesdienstraumes. 1720 wurde die Kapelle zu Ehren des Heiligen Wendelin gewidmet, neu gestaltet und geweiht.

Im Jahr 1900 kam die Kapelle in kirchliches Eigentum und wurde 1913/1914 und (1999) 2000/2001 durch Fördermaßnahmen der Denkmalstiftung Baden-Württemberg restauriert. Um ihren Erhalt bemüht sich der Förderverein Ramsberg - St. Wendelin e.V.

Die benachbarte Wohnanlage diente bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Forsthaus. Seit 1993 befindet sich im Wohnhaus eine Eremitei zum Heiligen Benedikt. Der Schutzpatron der Klause ist der Heilige Mönchsvater Benedikt von Nursia. Die Klause St. Benedikt, letzte Reste der Burg der Grafen und Ritter von Ramsberg aus dem 11. Jahrhundert, wird von Bruder Jakobus Kaffanke Ordo Sancti Benedicti, Mönch vom Kloster Beuron, bewohnt.

Die Burg wird seit 1994 durch die Trägerschaft des Fördervereines Ramsberg - St. Wendelin und der Kirchengemeinde St. Antonius betreut.

Der Zugang zur einstigen Burganlage erfolgte aus nordöstlicher Richtung. Hier befand sich ursprünglich wohl ein Tor mit vorgelagertem Graben. Im Anschluss an den vermuteten Torbau musste der steile Burghügel umrundet werden, bis man die eigentliche Anlage auf dem zu allen Seiten abschüssigen Burgplateau betreten konnte.

Die eher als klein zu bezeichnende Burganlage mit ihrem fünfeckigen Grundriss wurde durch eine Ringmauer umschlossen. Man betrat sie aus Nordwest. Hier befindet sich heute auf den Resten des einstigen Bergfriedes die Kapelle. Der Turmstumpf zählt zu den besterhaltenen Burgresten. Dem Burghof schloss sich auf der Westseite der Zwinger an. In der Südwestecke der Anlage ist die mögliche Lage des Palas. Ihm schließt sich im Osten ein Nebengebäude an. An der Nordostflanke befanden sich möglicherweise drei weitere Räume.


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